Die Geschichte von La Marzocco

Im ersten Viertel des vergangenen Jahrhunderts wurden in Italien zahlreiche Versuche unternommen, Maschinen zur Zubereitung von Espresso zu produzieren. Diese können zu Recht als Vorfahren der gegenwärtig produzierten Espressomaschinen betrachtet werden. Sie waren mit Warmwasser und Dampferzeugern und hohen vertikalen Kesseln versehen.

Die Hersteller waren nicht nur erfahrene Handwerker, sondern Wegbereiter, denkt man an die Schwierigkeiten, mit denen sie es in jener Zeit aufnehmen mussten. Giuseppe Bambi war ein Mitglied dieser engen Gruppe an Wegbereitern. Seine starke Persönlichkeit und der Wunsch, etwas Eigenes zu schaffen, führte zur Eröffnung einer kleinen Werkstatt und seines Betriebs.

Nachdem er in Zusammenarbeit mit seinem Bruder Bruno einige Modelle mit dem Namen „Fiorenza“ für einen Kunden hergestellt hatte, begann er, allein Kaffeemaschinen zu entwerfen und anzufertigen. Die Werkstatt der Gebrüder Bambi wurde 1927 gegründet. Außer dem Entwurf von Maschinen produzierten sie jedes Teil und montierten es und verkauften die Maschinen in einer Zeit, in der jeder Verkauf ein Triumph war. Nicht ohne Grund verwendete Giuseppe Bambi das Symbol des „Marzocco“, ein sitzender Löwe mit dem Wappen der Lilie von Florenz, Synonym für Sieg und Triumph, und nannte sein Unternehmen La Marzocco.

Mit dem Einzug des Faschismus und den sich damit anbahnenden Veränderungen, die sich auch auf die Dekorationen auswirkten, stellte La Marzocco zwar weiter Maschinen mit vertikalem Kessel her, begann aber auch, einen lineareren und essentielleren Rahmen zu entwerfen. Die Anzahl an Kaffeetassen, die die Leute in den Cafés tranken, nahm langsam aber stetig zu, so dass die Notwendigkeit bestand, die Größe zu reduzieren und das Produkt der Kaffeemaschinen zu verbessern.

Am 25. Februar 1939 ließ Giuseppe Bambi das Patent für ein Projekt für die erste Espresso-Kaffeemaschine mit horizontalem Kessel registrieren. Diese neue Anordnung gestattete, dass alle Brühgruppen in Reihe positioniert werden konnten, wodurch die Einfügung einer größeren Anzahl möglich und ihre Funktionsweise einfacher und schneller wurde.

Der Zweite Weltkrieg führte zu einem Stillstand der Produktion. Am Ende des Krieges war La Marzocco aufgrund der unsicheren wirtschaftlichen Perspektiven und der Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Maschinen und Material gezwungen, von vorn anzufangen. Aber der Unternehmergeist der Brüder Bambi führte zur Registrierung eines neuen Patents im Jahre 1945 und erlaubte der Firma, die Geschäfte von einst wieder aufzunehmen. Das Patent bezog sich auf einen halbautomatischen Mechanismus, der die Bewegungen des Barista vereinfachte und den Druck aus dem Filterhalter ausströmen ließ.

Die 50er Jahre waren durch die Hebel-Maschinen charakterisiert, die über eine Feder, die einen Kolben aktivierte, das Wasser bei ca. 14 Atmosphären durch das Kaffeepulver drückte. Diese Technologie veränderte nicht nur die traditionellen Methoden, den Kaffee zu filtern, sondern veränderte auch den Geschmack.Es erschien die „Crema“, die sofort zum Standard bei der Zubereitung von Espresso wurde. Um die körperliche Kraft zu reduzieren, die dabei vom Barista verlangt wurde, fügte man einen Elektromotor mit Zahnradgetriebe hinzu. Dies führte zur ersten Maschine mit automatischen Wasserdruck und mit Elektromotor.

1961 wurde der neue Firmensitz auf den Hügeln bei Florenz gebaut.

Nach dem Hochwasser, das 1966 Florenz überflutete, stand La Marzocco, obgleich nicht direkt betroffen, einer komplexen wirtschaftlichen Situation gegenüber, da ihren Kunden in den überschwemmten Gebieten gesetzlich erlaubt war, die Zahlungen aufzuschieben, während die Firma ihre Tätigkeit fortsetzen musste. Geduld und Beharrlichkeit haben ein Vorankommen ermöglicht und 1970 führte La Marzocco die Serie GS ein.

Die Serie GS erwies sich als revolutionär angesichts der Einführung von zwei unabhängigen Kesseln (einer für Heißwasser und Dampf und der andere für das Brühen des Kaffees), die erste Maschine dieser Art in Italien und im Ausland.Die unabhängigen Kessel, die noch heute eine Standardtechnologie bei den La Marzocco Maschinen sind, liefern sofort verfügbaren Dampf oder Heißwasser, ohne mit der Temperatur des für die Kaffeezubereitung benutzten Wassers zu interferieren. GS bedeutet auf italienisch „saturierte Gruppe“. Die Brühgruppen waren direkt mit dem Kessel verbunden und ihre Form so beschaffen, dass sie eine Kammer bildeten und das Wasser kontinuierlich durchlaufen konnte, so dass die Temperatur konstant gehalten wurde, ein Schlüsselfaktor bei der Zubereitung von hochwertigem Kaffee.

Die Markteinführung von GS war sofort ein Erfolg in Italien und im Ausland und wurde zu einer Art Legende. Der Serie GS folgten neue Projekte und neue Maschinen, die die ursprüngliche GS-Technologie aufnahmen, einschließlich GS-2, Linea und FB/70. Ab 1995 wurde die Unternehmensstruktur von La Marzocco einschließlich Produktion, Verwaltung und Kundendienst neu organisiert. Die Firma stellte qualifizierte Fachtechniker und zweisprachiges Personal an, um auf den ausländischen Märkten für ihre Tätigkeit zu werben und eröffnete erfolgreich ein Marketing- und Verkaufsbüro in Mailand (Italien).

Von 2000 bis 2008 war La Marzocco offizieller Sponsor der World Barista Championship (WBC), dem bekannten internationalen Kaffee-Wettbewerb mit dem Ziel der Bekanntmachung der hervorragenden Eigenschaften von Kaffee und der Förderung des Berufs des Barista.

Die GB/5 erschien 2005, gefolgt von der FB/80 2006 und dem Modell mit einer Brühgruppe GS/3 im Jahre 2007, eine Maschine für den Hausgebrauch mit professioneller Technologie. Jede dieser Maschinen ist mit einem PID-Temperaturregler, Multifunktionstaste und digitalem Display versehen und widerspiegelt die technologischen Innovationen auf dem Markt.

Die mechanische „Paddel“-Konfiguration, die erstmalig mit der GS-Serie erschienen war, wurde Ende 2008 erneut bei allen Standardmaschinen eingeführt und gestattet ein sanftes Vorbrühen, so dass der Barista das Beste aus der Kaffeemischung erhalten kann.

Sich stets ihrer Vergangenheit bewusst, zieht La Marzocco 2009 nach einer Umgestaltung des Unternehmens, in ein neues und besseres Werk 30 km nördlich von Florenz.

Die Maschine Strada mit innovativer und bahnbrechender Technologie und Profilierung des Drucks, die Anfang 2009 erschienen ist, entstand unter der Berücksichtigung der Empfehlungen und Hinweise von Baristas, Technikern und Marktexperten.

Die Kaffeemühle Vulcano, die das unverwechselbare Design von La Marzocco mit der beispiellosen Technologie von Mazzer vereint, wurde im Oktober 2009 in Mailand vorgestellt.

Im Frühjahr 2013 wird die Linea PB (nach Piero Bambi benannt, der die Linea-classic und Linea PB entworfen hat), wurde an der Boston SCAA Konferenz vorgestellt. Die Linea PB Modell neu-interpretiert die Linea Classic und wird mit eine neuer proprietäre Software-Plattform unterschiedet, die Brühzeit und Volumen jetzt durch die innere „Wageen“ Technologie kontrollieren kann.

Das Vulcano Swift Mühle wird am Anfang 2014 vorgestellt, mit der Vulcano-Design und Merkmale der Swift wie einstellbare schleifen, Dosierung und die stampfen Technologie, und auch Wiederholbarkeit und Konsistenz, hohe Haltbarkeit und minimalen Abfall.

Im Frühjahr 2015, stellt das Unternehmen eine neue Maschine speziell für zu Hause und für Espresso-Enthusiasten vor: Linea Mini. Die innovative Maschine bietet italienische Design von seine beste Seite und ist von der ikonischen kommerzielle espresso Maschine geboren: Linea Classic. Die Linea Mini Modell, mit reduzierter Platzbedarf, behaltet das Design und die Leistung einer La Marzocco, einschließlich technologischen Qualität-Komponenten, für die Küche neu gestaltet. Mit der Linea Mini zielt La Marzocco für einen Espresso Revolution in der Heimat.

Man kann eine Technik erlernen, aber die Leidenschaft kann man nur mit Hingabe, Liebe, Stolz und Hochachtung der Arbeit entwickeln. – Piero Bambi

Gehen Sie nicht, wohin der Weg führen kann, gehen stattdessen, wo kein Weg ist und hinterlasse eine Spur. – Ralph Waldo Emerson